Quelle: LVZ vom 24.11.2007
200 Unterschriften bei Dauerregen
Bürgerbegehren gegen kommunalen Ausverkauf: Initiatoren mit erster Großaktion in der City zufrieden
Von Dominic Welters
Delitzsch. Sie hatten einen unübersehbaren Stand vorhergesagt und hielten ihr Versprechen. Eine kräftige und blank geputzte Landwirtschaftsmaschine mit Anhänger fuhren die Initiatoren des Bürgerbegehrens gegen einen kommunalen Ausverkauf im Allgemeinen und die verlustreiche Veräußerung von Anteilen an den Technischen Werken Delitzsch (TWD) im Besonderen am Freitag auf. Etliche Passanten, die den Delitzscher Roßplatz querten, wurden entweder durch den Mega-Traktor oder die persönliche Ansprache auf die Unterschriftenlisten aufmerksam. Die Erstunterzeichner Annelise Podsadny, Wolfgang Herder, Jörg Bornack, Sven Kasubek und Dietmar Mieth sowie weitere feuchtigkeitsresistente Helfer, darunter Linke-Kreisvorsitzende Heike Haase, trotzten über Stunden dem Dauerregen, um einen gewaltigen Schritt vorwärtszukommen auf dem Weg zum Ziel: den 2350 Autogrammen von wahlberechtigten Delitzschern. Diese müssen bis zum 12. Dezember im Rathaus vorliegen, sonst wird es nichts mit dem Bürgerentscheid über den Umgang mit dem städtischen (Firmen-)Vermögen.
Fazit des Sauwetter-Einsatzes: Knapp 200 Unterschriften erbrachte die erste von zehn geplanten Großaktionen unter freiem City-Himmel. Wie viele Sympathisanten seit dem Start der Sammlung vor anderthalb Wochen inzwischen ihren „Otto“ aufs Papier setzten, ist gegenwärtig unklar. „Es sind ja schon seit Tagen etliche Leute von uns unterwegs, die mit Listen von Haustür zu Haustür ziehen. Daher haben wir noch gar keinen genauen Überblick“, sagte Linke-Stadtrat Herder, der diesen Helfern schon mal ein dickes Dankeschön gönnte.
Linke-Fraktionschefin Podsadny war mit ihren Gedanken schon einen (Pfützen-)Sprung weiter. „Selbst wenn wir nur ein paar hundert und damit nicht die geforderte Anzahl von Unterschriften erreichen sollten, war das Ganze ein Erfolg. Denn wir haben die Leute munter gemacht. Das Thema interessiert, vor allem die Älteren“, sagte sie.
Björn Bornack (links) gehörte zu den 200 Unterzeichnern, die die Initiatoren des Bürgerbegehrens – hier Sven Kasubek – unterstützen. Foto: Manfred Lüttich